Soziale Arbeit in Mexiko-City: ein Kampf gegen Missstände

Indira Berroterán zu Gast im KWA Bildungszentrum. Sie sagt: Faire Arbeit würde helfen.

Pfarrkirchen, im Dezember 2017. - Mexiko-City: eine 20 Millionen Einwohner Metropole und ein Moloch der sozialen Brennpunkte. Armut, Kriminalität, Drogen, Prostitution und Gewalt gehören zum täglichen Leben. Schätzungen zufolge leben dort mehr als 15.000 Kinder buchstäblich auf der Straße. Gegen diese Missstände kämpft Indira Berroterán, ehemalige Ordensschwester und Dozentin für Pädagogik und Sozialarbeit, tagtäglich an. Als Managerin und Ersatzmutter der Hilfsorganisation „Yolia“ unterstützt sie Mädchen und junge Frauen in Mexico-City.

Die gebürtige Venezolanerin berichtete den Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik über das Projekt „Yolia“, was übersetzt „Mädchenherz“ bedeutet. Den Ausgangspunkt für die Initiierung der Hilfsorganisation bildeten engagierte Studentinnen, die in Zusammenarbeit mit dem Lateinamerika-Hilfswerk „Adveniat“ ein Heim errichteten, das Betroffenen die Familie ersetzen sollte. Vor allem vernachlässigten, verwaisten und sexuell missbrauchten Mädchen und jungen Frauen bietet „Yolia“ Zuflucht, Schutz und eine neue Heimat. Hier erfahren sie Herzlichkeit, emotionale Zuwendung, Stabilität, Orientierung und Sicherheit. Zentrale Werte und Normen des christlichen Glaubens werden ihnen ebenfalls vermittelt.

Indira Berroterán, die rund um die Uhr für das Projekt „Yolia“ im Einsatz ist, erzählte den Studierenden von der Misere der verarmten Menschen in Mexiko-City und stellte die Bedeutung ihrer gemeinnützigen Arbeit dar. „Für was geben Sie 20 Euro aus?“, fragte Indira Berroterán die Zuhörer. Antworten wie „für einen Pullover“ oder „für ein leckeres Abendessen“ folgten. 20 Euro: Davon können die Mädchen und jungen Frauen, die im Wohnheim ein neues Zuhause gefunden haben, eine Woche lang ernährt werden.

Unvorstellbare Realität in einer von Verelendung und Mittellosigkeit geprägten Metropole. Doch Indira Berroterán gab in ihrer Rede auch Anlass zur Hoffnung und Zuversicht. Unterstützung erfahre die Hilfsorganisation durch die katholische Kirche und Spendensammlungen. Gemeinsam mit der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) bietet „Adveniat“ interessierten jungen Menschen im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“ die Möglichkeit, die pädagogische Arbeit in Peru, Bolivien, Ecuador oder Mexiko aktiv zu begleiten und sich ein Bild vom sozialen Projekt zu machen.

Die Schulleiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik, Bettina Schmidbauer, ihre Stellvertreterin Gundula Stadler sowie die begleitenden Lehrer und Studierenden bedankten sich herzlich für die interessanten Ausführungen und wünschten alles Gute für das weitere Gelingen des Projekts „Yolia“.