KWA Bildungszentrum

Fünf Fragen an Michaela De Souza

Schulleiterin der Berufsfachschule für Sozialpflege

Pfarrkirchen, 1. Februar 2021

Ihre Schüler erlernen einen sozialen Beruf. Welche besonders schönen Seiten sind mit Sozialpflege verbunden?

Arbeit in der Sozialpflege zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Man kann mit ganz vielen Personengruppen zusammenkommen. Das können Kinder sein oder auch Senioren oder Menschen mit Behinderung. Und egal, wofür man sich entscheidet: Man spürt schnell, wie sehr man gebraucht wird. Das sorgt am Ende des Arbeitstags für große Zufriedenheit. Eine weitere schöne Seite dieses Berufs: Nicht nur die Menschen, um die man sich kümmert, und ihre Angehörigen sind dafür dankbar und lassen einem das auch spüren. Für die Arbeit am Menschen gibt es inzwischen auch große gesellschaftliche Anerkennung. 

Das KWA Bildungszentrum ist für die schulische Ausbildung verantwortlich. Derzeit ist kein Präsenzunterricht möglich. Was hilft bei der Vermittlung des Lehrstoffs jetzt ganz besonders?

Auch wenn Distanzunterricht den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann, hilft uns jetzt die digitale Welt enorm. Dazu nutzen wir verschiedene digitale Plattformen, zum Beispiel Webex und Moodle. Bei einer Videokonferenz trifft sich die ganze Klasse, und zwar täglich. Oft bekommen dann Kleingruppen Aufgaben, die sie in virtuellen Räumen gemeinsam bearbeiten. In den virtuellen Räumen kann man sich austauschen und auch gegenseitig Dinge zeigen. Aktuell haben wir ein Projekt zum Thema Plastik. Dazu bereitet eine Gruppe eine kleine Theateraufführung vor, eine andere fertigt Skulpturen. Wiederum andere bereiten eine Fotoausstellung dazu vor. Als Lehrkraft gehe ich aber auch in Einzelkontakt mit den Schülern, telefoniere, um sie bei ihren Aufgaben zu unterstützen – oder auch mal bei technischen Problemen. Schüler, die zu Hause nur ein Handy zur Verfügung haben, können vom KWA Bildungszentrum übrigens ein Leihgerät bekommen, damit sie ihre schulischen Aufgaben auch zu Hause ordentlich bearbeiten können.

Wer oder was unterstützt Schüler jetzt in der Pandemie im beruflichen Alltag in welcher Weise?

Diesbezüglich sind natürlich die Praxisanleiter in den Einrichtungen die ersten Ansprechpartner. Wenn jedoch pandemiebedingt mal ein Praxiseinsatz ausfällt, stellen wir am KWA Bildungszentrum in unserem – sehr gut ausgestatteten – Demo-Raum Arbeitssituationen nach, um Lerneinheiten auf diese Weise zu vermitteln. Dabei wird in Kleinstgruppen gearbeitet, sodass jeder Hand anlegen kann und ein Gefühl für typische Tätigkeiten bekommt. Dieser sehr praxisbezogene Unterricht ist natürlich nur dann möglich, wenn die Bestimmungen Präsenzunterricht zulassen. Die Schüler freuen sich schon sehr auf eine Rückkehr an ihr „BIZ“.

Was schätzen Sie am KWA Bildungszentrum jetzt und in „normalen“ Zeiten am allermeisten?

KWA lässt uns Lehrkräften und Schulleitungen viel Freiraum, ist immer offen für Neues, sehr modern. Das kommt auch bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Im Moment erarbeiten wir gerade neue Settings für den Lehrplan. Was ich besonders mag: Wir können und werden in der Sozialpflege künftig noch mehr fächerübergreifend unterrichten. 

Welche beruflichen Perspektiven haben Pflegefachhelfer/innen langfristig?

Zunächst ist die Ausbildung in der Sozialpflege vor allem eine Orientierungshilfe. Bei den verschiedenen Praktika kann man gut herauszufinden, was einem besonders liegt. Bei den Praktika werden außerdem erste Kontakte geknüpft, die viele Schüler dazu nutzen, um gleich im Anschluss an die Ausbildung als Pflegefachhelfer in einer Senioreneinrichtung oder auch in der Krankenpflege zu arbeiten. Wenn man sich beim Praktikum kennengelernt hat, weiß man ja, ob man zueinander passt. Der Wunsch vieler Pflegefachhelferinnen und –helfer, nach der Ausbildung erst einmal ein, zwei Jahre lang Geld zu verdienen, ist verständlich. Doch ein beachtlicher Anteil unserer Schülerinnen und Schüler findet irgendwann den Weg zurück zum KWA Bildungszentrum: beispielsweise im Rahmen einer Ausbildung zur Pflegefachkraft oder zum Heilerziehungspfleger. Die Erstausbildung wird in der Regel angerechnet. – Egal ob Pflegehilfs- oder Pflegefachkraft: Die Beschäftigungssicherheit ist sehr groß. Die langfristige Perspektive ist also sehr gut.

Das KWA Bildungszentrum ist der überregionale Bildungsträger von KWA Kuratorium Wohnen im Alter mit zwei Schulstandorten und insgesamt sechs Fachschulen und Berufsfachschulen in Pfarrkirchen und Bad Griesbach. Zusammen mit den Fortbildungszentren für Pflegeberufe und pädagogische Berufe, sowie dem Fortbildungszentrum Podokolleg nehmen derzeit rund 450 Personen die vielfältigen Bildungsangebote wahr.

 

Gemeinsam Schule gestalten

 

 

Die Schüler der Berufsfachschulen des KWA Bildungszentrums haben die Möglichkeit, sich auf vielen Ebenen aktiv ins Schulleben einzubringen. In der Schülermitverantwortung (SMV) gestalten gewählte Schülersprecher mit Ideen und Engagement die Schulen und das Schulwesen mit. Sie stehen auch bei Fragen, Anliegen oder Vorschlägen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung: apsp-smv@kwa.de

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