KWA Bildungszentrum

Fünf Fragen an Silvia Wieser

Praxis-Lehrkraft an der Fachakademie für Sozialpädagogik

Pfarrkirchen, 3. Februar 2021

Ihre Schüler und Studierenden lassen sich in einem sozialen Beruf ausbilden, zu Kinderpflegern bzw. Erziehern. Welche besonders schönen Seiten sind mit diesen Berufen verbunden?

Kinder eine Zeitlang eng zu begleiten, ist eine sehr schöne Erfahrung. Schließlich hinterlässt man Spuren. Und man bekommt von Kindern auch viel zurück. Eine weitere schöne Seite: Der berufliche Alltag eines Kinderpflegers oder einer Erzieherin ermöglicht es, individuelle Talente, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Hobbys einzubringen, sich dadurch auch ein Stück weit zu verwirklichen – sei es durch Musik oder Kreativität oder handwerkliches Geschick. Diese Aspekte spielen in der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung ja eine bedeutende Rolle. Und wenn man dann sieht, wie Kinder sich ausprobieren, entfalten und gut entwickeln, ist man mit der geleisteten Arbeit sehr zufrieden.

Das KWA Bildungszentrum ist für die schulische Ausbildung verantwortlich. Derzeit ist kein Präsenzunterricht möglich. Was hilft bei der Vermittlung des Lehrstoffs jetzt ganz besonders?

Die ganzen technischen Möglichkeiten, die wir haben. Für Videokonferenzen mit Schülern bzw. Studierenden nutzen wir derzeit Webex. Und auf den Lernplattformen Mebis und Moodle stellen Lehrer sowie Studierende und Schüler Inhalte ein. Aber auch Telefon und E-Mails sind zur Kontaktpflege nach wie vor wichtig. Wenn die Einrichtungen es erlauben, besuchen wir auch jetzt die Kindertagesstätten, in denen unsere Schüler arbeiten: um sie vor Ort bei der Arbeit – derzeit in der Notbetreuung – zu erleben. Dabei können wir uns direkt mit den Schülern austauschen und auch mit den Fachkräften, die sie im beruflichen Alltag anleiten und begleiten. 

Wer oder was unterstützt Schüler jetzt in der Pandemie im beruflichen Alltag in welcher Weise?

Wenn Besuche in den Einrichtungen nicht möglich sind, profitieren unsere Schüler gerade ganz besonders vom großen Engagement der Fachkräfte vor Ort. Damit die Ausbildung ordentlich weiterlaufen kann, übernehmen die Fachkräfte derzeit einen zusätzlichen Part: Sie dokumentieren die Arbeit der Schüler mit Fotos oder Videosequenzen. Wir Praxis-Lehrkräfte schauen uns das dann gemeinsam mit dem Schüler auf Webex an, lassen uns berichten, welche Erfahrungen sie gesammelt haben, und reflektieren die Arbeit gemeinsam. Und wie sonst auch geben die Praxisanleiter eine Einschätzung der Arbeit ab. So können wir Schüler auch dann bewerten, wenn kein Besuch in der Einrichtung möglich ist.

Was schätzen Sie am KWA Bildungszentrum jetzt und in „normalen“ Zeiten am allermeisten?

Ich bin seit 2006 bei KWA, kann mir nicht mehr vorstellen, woanders zu arbeiten, weil ich die Flexibilität, den Freiraum und auch die Möglichkeit zu eigenständigem Handeln sehr schätze. Wir erfahren sehr viel Vertrauen. Und der Austausch mit den Kollegen ist sehr inspirierend. Ich fühle mich hier einfach wohl. Und ich denke, das gilt auch für unsere Schüler. Wir pflegen einen wertschätzenden Umgang miteinander, unterstützen unsere Schüler darin, sich selbst eine Meinung zu bilden. Sie können auch Kritik äußern. Was ich ebenfalls sehr schätze: Durch die moderne Ausstattung ermöglichen wir flexibles Lernen. Ein Teil dessen, was wir während der Pandemie eingeführt haben, werden wir auch danach fortführen. So wird Schule am KWA Bildungszentrum noch abwechslungsreicher.

Welche beruflichen Perspektiven haben Absolventinnen und Absolventen der Fachakademie für Sozialpädagogik langfristig?

Wir pflegen Kooperationen mit vielen Einrichtungen in der Region, in denen sie – bei entsprechendem Wunsch – im Anschluss an die Ausbildung auch gute Chancen auf eine Anstellung haben. Wir haben aber auch eine Kooperation mit einer Münchner Einrichtung. Wer beispielsweise sein Berufspraktikum dazu nutzen möchte, ein wenig Stadtluft zu schnuppern, wird dort gerne genommen. Grundsätzlich werden Kinderpfleger und Erzieher ja immer gebraucht. Die Beschäftigungssicherheit ist also groß. Und es ist in der Regel auch kein Problem, eine Teilzeitstelle zu finden. Das schätzen viele unserer Schüler im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Ausbildung bei KWA ist eine gute Basis für einen erfolgreichen beruflichen Weg. Eine Langfristperspektive: Wer noch ein Studium anschließt, kann auch als Lehrer ans „BIZ“ zurückkommen. 

Das KWA Bildungszentrum ist der überregionale Bildungsträger von KWA Kuratorium Wohnen im Alter mit zwei Schulstandorten und insgesamt sechs Fachschulen und Berufsfachschulen in Pfarrkirchen und Bad Griesbach. Zusammen mit den Fortbildungszentren für Pflegeberufe und pädagogische Berufe, sowie dem Fortbildungszentrum Podokolleg nehmen derzeit rund 450 Personen die vielfältigen Bildungsangebote wahr.

 

Gemeinsam Schule gestalten

 

 

Die Schüler der Berufsfachschulen des KWA Bildungszentrums haben die Möglichkeit, sich auf vielen Ebenen aktiv ins Schulleben einzubringen. In der Schülermitverantwortung (SMV) gestalten gewählte Schülersprecher mit Ideen und Engagement die Schulen und das Schulwesen mit. Sie stehen auch bei Fragen, Anliegen oder Vorschlägen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung: apsp-smv@kwa.de

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